In den letzten Wochen wurde in einem Teil der Museumscheune eine Decke eingezogen und der Raum darunter durch eine Fachwerkwand abgetrennt. Hier sind fleißige Hände dabei, eine Küche einzurichten mit Spülstein, Pumpe, einem Rauchfang mit Fliesenspiegel usw.
Bald können die vielen Haushaltsgeräte der Sammlung am passenden Ort präsentiert werden.
Der Raum darüber wird dann andere Geräte aufnehmen, die jetzt noch ziemlich gedrängt stehen.

Schweiß, Schwielen und manchmal auch Schmerz - das Leben auf dem Land war bis Mitte des 20.Jahrhunderts kein Zuckerschlecken.
Heute schauen viele aus einem eher romantischen Blickwinkel auf das entbehrungsreiche Leben der Vorfahren zurück. Für die heute noch lebenden Älteren war es die "gute alte Zeit". Und wer es nicht selbst erlebt hat, kann es sich nicht vorstellen, wie arbeitsreich und mühsam der Alltag auf dem Bauernhof war. Hier wurde jeder - auch die Kleinsten - gebraucht.
Das Leben und Denken der Menschen kreiste um Ackerbau und Viehzucht, um Aussaat und Ernte, um Wetter und Erträge.Die Natur bestimmte den Tagesrythmus. Der Tag begann bei Sonnenaufgang und endete mit einsetzender Dunkelheit.
In der Museumsscheune des Heimatvereins Schöppingen lassen, handwerkliches und bürgerliches Mobiliar und Geräte die Geschichte lebendig werden.
Im Mittelpunkt steht eine Sammlung und Dokumentation der lokalen Geschichte. Dank der Spenden zahlreicher Schöppinger Bürgerinnen und Bürger entstand hier ein museales Kleinod.
Bei der Museumsscheune handelt es sich um eine im 19.Jahrhundert errichtete Hofscheune in verbretterter Fachwerk-bauweise in Art einer Durchfahrt-Mäusescheune - "Museschüer" - des ehemaligen Hofes Schulze Johann.
Diese Scheune war das wichtigste Nebengebäude und diente zur mäusesicheren Lagerung von Hafer, der nicht ausgedroschen , sondern an die Pferde verfüttert wurde. Sie war auf Sandsteinpfeilern gesetzt, so dass hier keine Mäuse eindringen konnten.
Heute ist sie Teil des Künstlerdorfes.
Der Heimatverein Schöppingen betreibt die Museumsscheune weniger als verträumte Erinnerung an die alten Zeiten, sondern vielmehr als ein kulturelles Erbe und ein Mittel zur aktiven Jugendarbeit. Es ist ein Ausflug in die ländliche Vergangenheit und zeigt Arbeits- und Hausgeräte einer Zeit, die unwiederbringlich vergangen ist.