Schöppingen - Heckbäume waren noch in der Nachkriegszeit zu Hunderten an den Einfahrten zu Kuh- und Bullenweiden zu sehen.
Heute sind sie eine wirkliche Rarität, da es kaum noch Weideflächen gibt. Den urtümlichen, aber zweckmäßigen Einrichtungen, die einst das Tor zur Weide waren, hat jetzt der Heimatverein Schöppingen an seiner Museumsscheune ein Denkmal gesetzt.
Aus einem schweren Eichenstamm schnitten Heinz und Christian Hörst in ihrem Sägewerk ein Heckbaum, dessen Wurzelende als Ganzes belassen wurde, da er das Gegengewicht zum gesamten Gatter bilden soll. Der Heckbaum lagert auf einem Stamm als Drehpunkt. Da das Gewicht zu beiden Seiten dieses Punktes gut austariert ist, kann das Gatter ohne große Anstrengung geöffnet und geschlossen werden.
Dieser von den Schöppinger Heimatfreunden errichtete Heckbaum geht auf die ursprüngliche Art von Heckbäumen zurück: Häufiger waren Exemplare zu sehen, bei denen das Gegengewicht durch große, schwere Steine erreicht wurde, die auf den Enden der Heckbäume befestigt auflagen.
Der neue Heckbaum bildet zudem einen symbolischen Schutz für die Eiche, die im Rahmen der letzten Mitgliederversammlung des Fördervereins der Stiftung Künstlerdorf von der Vorsitzenden des Stiftungsrats Christina Rau gepflanzt worden war.
Mit dem Stiftungsrat und mit Dr. Josef Spiegel hatte der Heimatverein Schöppingen das Projekt „Heckbaum“ abgestimmt. Es lohnt sich, einmal einen Spaziergang zu der neuen Skulptur „Heckbaum“ zu machen.
(Pressebericht WN vom 29.März 2011)
Am 17. März fand anlässlich der jährlichen Tagung der Stiftungsgremien
(Stiftungsrat und Vorstand) des Künstlerdorfes Schöppingen eine Baumpflanzaktion statt.
Mitglieder des Heimatvereins pflanzten eine Eiche neben der Remise.
Die Mitglieder des Gremiums unter dem Vorsitz von Christina Rau,
ließen es sich nicht nehmen, diese Aktion tatkräftig zu unterstützen.
Inschrift:
Schöppingen um 1600Urzelle von Schöppingen ist die Kirchenburg als Hauptort des „Scopingaues", die nach den Sachsenkriegen Karls des Großen ein Zentrum der Sachsenmission wurde. Taufstelle war wohl die hier entspringende „Welle". Über ihr wurde um 785 die erste Kirche errichtet, die als Schutzpatron St. Brictius hatte, den Nachfolger St. Martins als Bischof von Tours. Die erste Ansiedlung bei der Kirche war das „Dorf“ an der Stelle des heutigen Künstlerdorfes. Der alte Hofname „Schulze Dorfkönig" erinnert daran. Im Jahre 838 schenkte Kaiser Ludwig der Fromme die Kirche mit ihrem Zehnten der Äbtissin von Herford. Der Verwalter der Äbtissin hatte seinen Amtssitz auf dem „dykhof“ (Teichhof) neben der Kirche.
Im 14. Jh. versuchten die Grafen von Solms ihren hiesigen Besitz zu sichern und legten Schöppingen planmäßig als befestigte Stadt neben der Kirche an. Darum lag diese außerhalb des Ortes. Als die Grafen in den Fehden mit dem Fürstbischof unterlagen, kam die Stadt unter seine Herrschaft. Er ließ die Stadttore aus Steinen der zerstörten Burg Övelgönne stärker ausbauen.
Die „Welle" wurde zu einem Mühlenteich aufgestaut und in die Befestigungsanlage integriert. In der Münsterschen Stiftsfehde im Jahre 1453 zerstörten Truppen des Walram von Moers die Kirche. Nach dem Wiederaufbau als gotische Hallenkirche erhielt sie den berühmten Altar des „Meisters von Schöppingen". Im Jahre 1583 wurde das Rathaus erweitert und aufgestockt sowie ein hoher Treppenturm angebaut. In der Blütezeit Schöppingens um 1600 bot die Stadt mit den beiden Tortürmen, dem Turm des Burgmannshofes am Obertor, dem Rathausturm, dem Kirchturm und dem Torturm am Aufgang zur Kirchenburg einen großartigen Anblick.
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